MEILENSTEINE DER GESCHICHTE

Standseilbahn Beatenbucht – Beatenberg

1888 – 1889Bahnbau
21. Juni 1889Eröffnung
01. Mai 1911Eröffnung des elektrischen Bahnbetriebes
1912Übergang zum Ganzjahresbetrieb
2004 – 2005Umbau Gesamtsanierung
02. Juli 2005Eröffnung der sanierten Bahn
Herbst 2016Erneuerung Antrieb und Steuerung
2016Umbau Antrieb auf Frequenzumrichter

Gruppenumlaufbahn Beatenberg – Niederhorn

1946Bau der Sesselbahn Beatenberg-Niederhorn
1995 – 1996Neubau
20. Dezember 1996Eröffnung der Gruppenumlaufbahn Beatenberg- Niederhorn
Frühling 2017Einzug eines neuen Zugseils sowie Erneuerung des Telekomkabels
2018Umbau Antrieb auf Frequenzumrichter

TECHNISCHE DATEN

Standseilbahn Beatenbucht – Beatenberg

Betriebslänge 1'689 m
Bauliche Länge in der Neigung gemessen 1'706 m
Spurweite 120 m
Höhendifferenz der Endstation 556,10 m
Mittlere Steigung der Bahn 34,6 %
Maximalsteigung 40,0 %
Kurvenradius440 bis 475 m
Gewicht des Drahtseils per Meter 4,8 kg
Durchmesser des Drahtseils35 mm
Elektro-Antrieb Frequenzumrichter, 250 KW
Fahrgeschwindigkeit der Wagen3,2 m/sec / 4,8 m/sec
Fahrzeit10 bzw. 6 Minuten (je nach Geschwindigkeit)
Theoretische Förderleistung in jede Richtung700 Personen pro Stunde

Gruppenumlaufbahn Beatenberg – Niederhorn

StreckeBeatenberg– Vorsass–Niederhorn
Bahntyp3-Seil-Gruppenumlaufbahn
Anzahl Gondeln4 Gruppen à je 3 Gondeln
Anzahl Personen51 Personen pro Gruppe
Kapazität pro Richtung600 Personen pro Stunde
Schräge Länge der Bahn2'493 m
Höhenlage der Stationen über MeerStation Beatenberg 1127,30 m / Station Niederhorn 1935,00 m
Höhendifferenz807,70 m
Mittlere Steigung35 %
Grösste Neigung78 %
Tragseile4 x 2'780 m lang, total 124 Tonnen
Durchmesser Zugseil49 mm
Antrieb / Lage680 kW, Tal
Hilfsantrieb120 kW
Geschwindigkeit 7,0 m/s
Fahrzeit9,2 min
Spannstation LageBergstation
Anzahl Stützen7
Grösster Bodenabstand45 m (Leerseil)
Spur7,0 – 8,0 m

BAHNTECHNIK

Antriebsrevision der Standseilbahn

Im Herbst 2016 wurde der Antriebsmotor der Standseilbahn nach über 40 Dienstjahren erneuert. Nachdem der alte Ward-Leonhard Motor ausgebaut wurde, mussten mit einer Spezialfräse Fundamente entfernt werden um Platz für den neuen Antrieb zu schaffen. Der Umbau bedingte eine Einstellung des Betriebes der Standseilbahn während rund vier Wochen.

14. November 2016 – Rückbau des alten Motors

Nachdem der alte Motor nach 49 Dienstjahren gebührlich verabschiedet und unter wehmütiger Stimmung einiger ehemaliger Mitarbeiter ausser Betrieb gesetzt wurde, hat sich unser Revisions Team unterstützt durch Mitarbeiter der Firmen Ghelma und Frey AG Stans an den Rückbau gemacht. Die einzelnen Elemente der Ward-Leonard Umformergruppe wurden getrennt und mittels Hebekran aus der Station gehoben.
Der alte Fundamentssockel wurde mit einer Spezialfräse abgetrennt und zum Abtransport zerteilt. Die neuen Steuerelement und Rollenweise neue Kabelstränge wurden angeliefert und können nun Etappenweise verbaut werden.

15. November 2016 – Abschluss Fräsarbeiten und neuer Steuerschrank

Die letzten Fräsarbeiten sind abgeschlossen und die abgetrennten  Fundament Stücke abtransportiert. An Stelle des Umformers wurde ein neuer Steuerschrank installiert.

16. und 17. November 2016 – Kabelzug und Netzanschluss

Die Steuerschränke sind montiert und werden durch die Firma Frey verkabelt. Fachmänner der BKW/ISP sind verantwortlich für den Kabelzug und Netzanschluss auf die Trafostation Beatenberg-Station welche sich in der Talstation der Niederhornbahn.

21. November 2016 – Einbau des neuen Motors

Der neue, rund 1,5 Tonnen schwere Elektro-Motor wurde eingebaut und mit dem bestehenden Getriebe gekoppelt. Die einzelnen Bauteile wurden mittels Laser Vermessung auf den zehntel-millimeter genau auf die Kupplungsscheibe ausgerichtet. Der Motor ist nun fest mit dem bestehenden Fundament verbunden und ist bereit für den Anschluss an die Stromversorgung und die elektronische Steuerung.

25. November 2016 – Verkabelung Elektroanschluss

Der neue Motor wird an das Stromnetz angeschlossen und verkabelt. Am Freitag, 25. November wurde die Standseilbahn zum ersten Mal mit dem neuen Antrieb bewegt. Es folgen nun diverse Feineinstellungen, Prüffahrten und Bremsproben bevor die Bahn am 3. Dezember für unsere Gäste in Betrieb genommen werden kann.

Neues Zugseil für die Gruppenumlaufbahn

Während der Frühlingsrevision 2017 wurde das Zugseil der Gruppenumlaufbahn von Beatenberg bis Niederhorn durch ein neues Seil ersetzt. Mit einem Spezialtransport wurde das rund 60 Tonnen schwere Seil mit zwei Spezialtiefladern nach Beatenberg gebracht und durch Spezialisten sowie den technischen Mitarbeitern der Niederhornbahn eingezogen und verspleisst. Nebst dem Seilwechsel werden, wie jeden Frühling wieder 2 Gondeln komplett revidiert und Betriebswichtige Bauteile werden zum Teil von externen Fachstellen geprüft und gewartet.

Spezialtransport nach Beatenberg

Mit einem Spezialtransport wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. März das neue Zugseil unter Geleitschutz der Polizei und mehreren Chauffeuren und Monteuren nach Beatenberg transportiert. Das neue, rund 5 Kilometer lange Zugseil wurde am Stück produziert, auf zwei Motor getriebene Bobinen aufgerollt und auf zwei Spezial Tieflader aufgeteilt. Das Gesamtgewicht der beiden Tieflader sowie des neuen Zugseils auf den Bobinen betrug rund 60 Tonnen.
Damit an den Brücken keine Schäden wegen Überbelastung entstehen, mussten die gekoppelten Sattelzüge beim Überqueren von Brücken jeweils entkoppelt und das Seil ein paar Meter abgerollt werden, damit die Sattelschlepper die Brücken separat passieren konnten. Die Fahrt von Interlaken nach Beatenberg dauerte so mehrere Stunden.

Vorbereitung für den Seilzug

Nach diversen Vorbereitungsarbeiten in der vergangenen Woche, unter anderem wurde das alte Zugseil bis Mast 2 bereits aus der Führung gehoben, kann das neue Zugseil nun eingezogen werden.
Zuerst musste aber das neue Seil auf einen Sattelschlepper gespult werden, welcher auf Masten 2 der Gruppenumlaufbahn ausgerichtet wurde. Das neue Seil wurde mittels Montage-Spleissung mit einem Montageseil verbunden und mit Motorwinden zum Masten 2 hinaufgezogen. Mittlerweile sind das alte und neue Seil verspleisst und bereit für den Seilzug.

Seilzug

Die provisorisch montierten Zusatzrollen dienen nur zum Einzug des Seils. Die Bobine vor der Station rollt das neue Seil ab, während die Winde hinter der Station das alte Seil aufrollt. Das alte Seil wird also das neue Seil langsam nachziehen. Das definitive Verspleissen des neuen Seils wird voraussichtlich am Donnerstag vorgenommen.
Im Video ist zu sehen, wie das neue Seil vor der Station direkt vom Tieflader abgerollt wird. Hinter Station steht die zweite Motorwinde, welche das alte Seil synchron dazu aufrollt. Unterstützt werden die Winden durch den regulären Antrieb der Gruppenumlaufbahn – Fingerspitzen Gefühl und eine gute Absprache per Funk sind notwendig um diesen Teil des Seilwechsels sicher abzuschliessen.

Telekom-Seil und Unterhaltsarbeiten

Nebst dem Zugseil der Gruppenumlaufbahn wird ebenfalls das Telekom-Seil, welches für die Verbindungen zwischen den Stationen zuständig ist, ersetzt. Die Dimensionen sind etwas kleiner, trotzdem ist von allen beteiligten volle Konzentration gefordert. Wie in jeder Revision werden zudem zwei Gondeln durch eine Spezialfirma komplett revidiert und neu lackiert. Jene Gondeln, die nicht revidiert werden, verbleiben während dem Seilwechsel aufgebockt in den Stationen.
Während der Revision werden routinemässig Sämtliche mechanischen und elektronischen Bauteile genauestens kontrolliert. Sicherheitsrelevante Bauteile werden gemäss Wartungs-Intervallen gereinigt, geprüft und allenfalls ersetzt. Einzelne Bauteile des Fahrwerkes werden durch den Hersteller auf kleinste Schäden und Risse geprüft.

Spleissen des Zugseils

Am Donnerstag, 23. März 2017 wurde das neue Zugseil durch einen Spezialisten der Firma Fatzer gespleisst. Der Spezialist wurde dabei Tatkräftig von bis zu 20 Mitarbeiter der Niederhornbahn AG und der Firma Inauen-Schätti, welche die Seilzugsarbeiten ausgeführt hat, unterstützt. Unser neues Zugseil besteht aus 6 Metal-Litzen und einem synthetischen Kern (Seele). Pro Umgang wird gleichzeitig eine Litze des oberen Seilendes in das Ende des unteren Seils eingewoben. Jeder Arbeitsschritt erfolgt koordiniert und über eine längere Distanz. Ein Spleisser der Firma Fatzer muss das Team der Niederhorbahn genau anweisen, welche Litze in welche Richtung gedreht werden muss.